Fortbildung
Eine gut durchdachte Fortbildungsinitiative kann nicht nur die Kompetenzen der Lehrkräfte stärken, sondern sich auch positiv auf die Qualität des Unterrichts an Ihrer Schule auswirken. Lassen wir zunächst die Wissenschaft zu Wort kommen. Ich beziehe mich dabei auf zwei Publikationen:
Peter Arnold: Digitalisierung und Lehrkräftefortbildung. Gelingensbedingungen und Strukturen von Fortbildungen zum Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule (#OpenAccess)
Der Einsatz digitaler und interaktiver Medien in der Schule bringt neue Möglichkeiten des Lernens, Lehrens und Arbeitens mit sich. Dies fordert Lehrkräften in Hinsicht auf den schnelllebigen, digitalen Wandel ein fortwährendes Lernen in der Berufswelt ab.
Ausgehend von Theorien und Erkenntnissen rund um das Lernen und Lehren mit digitalen und interaktiven Medien nähert sich dieses Werk empirisch dem Ziel bestehende Formen der Fortbildung von Lehrkräften bedarfsgerecht um die Vermittlung konzeptioneller, didaktischer und praktischer Kompetenzen im Umgang mit digitalen und interaktiven Medien zu erweitern. Hierzu werden Fortbildungsformate analysiert und in Bezug auf ihre Zielorientierung, Virtualisierung und Interaktion verortet.
Frank Lipowsky, Daniela Rzejak: Fortbildungen für Lehrpersonen wirksam gestalten – Ein praxisorientierter und forschungsgestützter Leitfaden
Mit diesem Leitfaden möchten wir einen qualitativen Beitrag dazu leisten, Lehrkräftefortbildung wirksamer zu gestalten. Der Leitfaden soll als Richtschnur für all diejenigen dienen, die für die Professionalisierung von Lehrkräften und Fortbildnerinnen und Fortbildnern verantwortlich sind und die selbst Fortbildungen für Lehrpersonen entwickeln, planen und gestalten. Die dargestellten Forschungsbefunde und die exemplarischen Umsetzungsvorschläge können dabei helfen, wirksame Fortbildungen zu entwerfen, bestehende Maßnahmen und Vorhaben zu analysieren und ein gemeinsames Verständnis qualitativ hochwertiger Fortbildungsangebote zu entwickeln.
Arnold: Gelingensbedingungen
Peter Arnold hat in einer aufwendigen Faktorenanalyse Gelingensbedingungen für erfolgreiche Fortbildungsinitiativen herausgearbeitet. Mit Bezug auf Methodik und Didaktik sind das u. a.:
Fokussierung auf Fachspezifik von Lehr-Lern-Szenarien
Neben der Anwendungsperspektive muss Fortbildung inhaltlich getragen sein und Lerntechnologien im fachdidaktischen Kontext beleuchten, um einen Transfer in Schule und Unterricht anzubahnen. So erarbeitete Konzepte und Materialien tragen zur Entwicklung von Schule und Unterricht bei.
Modularisierung und Differenzierung von Angeboten
Singuläre Fortbildungsangebote bzw. einzelne Veranstaltungen im Kontext von Digitalisierung, digitalen Medien und Lehr-Lern-Szenarien stellen Fortbildungsteilnehmende nur mäßig zufrieden. Lösungsansätze bieten längerfristige Kurse sowie modulare Angebote wie Aufbau-, Erweiterungs- und Spezialkurse. Ein progressiver und fortwährender Kompetenzaufbau im Rahmen der Professionalisierung von Lehrkräften muss gesichert werden.
Individualisierung von Veranstaltungsformaten
Neben zentralisierten und formal geprägten Präsenzveranstaltungen werden individuelle und zieldifferente Angebote dezentral organisiert und durchgeführt. Derartige Angebote reichen von klassischen schulinternen Fortbildungen bis hin zu hybriden oder virtuellen Lernangeboten. Leitende Ziele sind die Reduktion organisatorischer Aufwände (Anreisewege etc.) und die Maximierung von Teilnahmemöglichkeiten, u. a. durch die Zeitunabhängigkeit virtueller Lerngelegenheiten.
Vernetzung von Teilnehmenden
Fortbildungsveranstaltungen, die es Teilnehmenden (und auch Fortbildenden) erlauben, sich (auch) online zu vernetzen und auszutauschen, begünstigen den Transfer des Gelernten in Schule und Unterricht. Teilnehmende halten